Festlich geschmückter Eingang zum Gravenhuis (Ursprungsgebäude) mit St. Nikolausstift

Vom Zufluchtsort zum Wirkungsort: 
150-jähriges Jubiläum der Franziskanerinnen von Denekamp / Niederlande

21. November 2025

„Dank sei Bismarck!“ – mit dieser bewusst ungewöhnlichen und augenzwinkernden Perspektive eröffnete Bischof Cornelissen sein Grußwort bei der Jubiläumsfeier zum 150-jährigen Bestehen der niederländischen Niederlassung und ehemaligen Provinz St. Antonius in Denekamp und lenkte damit den Blick auf deren besondere Entstehungsgeschichte. Denn in der Zeit des Kulturkampfes im Deutschen Reich bedrohten die von Reichskanzler Bismarck erlassenen Gesetze auch die junge Kongregation der Franziskanerinnen in Thuine.

Um im Notfall einen sicheren Ort zu schaffen, erwarb Mutter M. Anselma Bopp am 22. November 1875 das Gut „Het Gravenhuis“ in Denekamp/Noord-Deurningen und brachte bereits einen Tag später drei Schwestern dorthin – die erste Auslandsfiliale der Thuiner Franziskanerinnen war geboren.Aus dieser kleinen Zufluchtsstätte entwickelte sich eine eigene Provinz, die zeitweise rund 700 Schwestern umfasste. Von Denekamp entsandte der Orden 1932 Schwestern nach Indonesien – eine heute blühende, eigenständige Provinz. Von 1960 bis 2004 wirkten Schwestern der Provinz zudem in Tansania. Seit dem Jahr 2000 unterstützen wiederum indonesische Schwestern die Gemeinschaft in Denekamp; derzeit sind fünf von ihnen dort tätig.

Zur Jubiläumsfeier am 21. November 2025 kamen zahlreiche Gäste: Bischof Cornelissen (Groningen), Weihbischof Woorts (Utrecht), der der feierlichen Eucharistiefeier vorstand, Generaloberin Mutter Maria Cordis, Vertreterinnen der Ordensleitung sowie der deutschen Provinz, die indonesische Provinzoberin Mutter M. Aquina mit zwei weiteren Schwestern von dort sowie Vertreter der politischen Gemeinde und viele Wegbegleiter der Schwestern.

Nach dem Festgottesdienst und einer Kaffeetafel folgte ein vielfältiges Programm: Mutter Maria Cordis beleuchtete die Geschichte der ehemaligen niederländischen Provinz und jetzigen Niederlassung, Bürgermeister John Joosten würdigte das Wirken der Schwestern in den Niederlanden. Darüber hinaus stellte Leo Fijen das Jubiläumsbuch „Thuiskomen in Denekamp“ vor – eine Sammlung von Erzählungen, die auf zahlreichen Interviews mit Schwestern, Mitarbeitenden, Gästen und weiteren mit dem Kloster verbundenen Personen basieren. Unter dem Motto Verleden – Heden – Toekomst präsentierten anschließend niederländische und indonesische Schwestern eindrucksvoll Rückblicke, aktuelle Erfahrungen und Zukunftswünsche. Musikalische Beiträge und choreografische Einlagen der indonesischen Schwestern bereicherten die Feier.

Zum Abschluss wurde im Außenbereich ein Ahornbaum gepflanzt, bevor der festliche Ausklang bei einem gemeinsamen Mahl in einem nahegelegenen Gasthof stattfand. Die Vielfalt des Jubiläumstages spiegelte in beeindruckender Weise die Vielfalt der Geschichte und des Wirkens der Schwestern in den Niederlanden, deren Baum tief verwurzelt und mit reichen Früchten gesegnet ist. 

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